Gegen Rassismus

„Rassismus ist ein Denkmuster: Es prägt bewusst oder unbewusst unsere Wahrnehmung von anderen Menschen und Gesellschaften, sowie unsere Selbstwahrnehmung. Es beeinflusst unser Handeln und unsere Gefühle. (…) Wenn wir gegen Rassismus aktiv sein wollen, reicht es also nicht, sich gegen Nazis zu engagieren. Wir müssen uns selbst befähigen, Rassismus auf allen Ebenen wahrzunehmen: auf der institutionellen, strukturellen und individuellen Ebene. Das heißt eben auch – je nach gesellschaftlicher Position – bei uns selbst.“ (Glokal e.V., 2017: „Willkommen ohne Paternalismus – Hilfe und Solidarität in der Unterstützungsarbeit: S. 29-31)

Eine große Sammlung an Materialien, die sich mit Rassismus und anderen Herrschaftsverhältnissen beschäftigen, finden Sie hier. Zusammengestellt von dem Berliner Verein für machtkritische Bildungsarbeit, glokal e.V.

 

Eine kurze Zeit im Jahr 2015 schien es so, als wäre die deutsche Gesellschaft zu einer breiter getragenen Willkommenskultur für geflüchtete Menschen in der Lage. Die Bilder von Menschen die im Mittelmeer um ihr Leben kämpften oder verzweifelt versucht haben Grenzzäune nach und in Europa zu überwinden, um menschenunwürdigen Lebenssituationen zu entkommen, haben leider nur für kurze Zeit eine Welle der Solidarität ausgelöst. Mit den Ereignissen in Köln, Hamburg und anderen Städten in der Silvesternacht 2015/16 scheint das Mitgefühl für flüchtende Menschen zunehmend in den Hintergrund zu treten.

Die öffentliche Aufmerksamkeit hat sich mittlerweile auf gesellschaftliche und politische Strömungen ausgerichtet, die aus einem Gemisch von ethnozentristischem, nationalistischem und rassistischem Gedankengut ihr Handeln legitimieren. Die Angst vor Überfremdung wird ebenso angestachelt wie auch die Wut gegen „die da oben“. Bewusst bedienen sich diese zunehmend massiv auftretenden Parteien, Gruppen und Menschen einer Propaganda, die sich systematisch der Fehlinformation und Realitätsverleugnung bedient. Für geflüchtete Menschen bedeutet diese Entwicklung eine zunehmende Gefahr, der sie oft schutzlos ausgeliefert sind. Nicht nur die Ablehnung und Gewalt ihnen gegenüber tritt offener zu Tage, sondern ihre politische Situation verschlechtert sich zunehmend.

Der große Druck der nationalistischen und rassistischen Kräfte veranlasst die bürgerlichen Parteien in Deutschland wie Europa die Rechte und Möglichkeiten für geflüchtete Menschen einzuschränken anstatt dieser Gefahr für die Demokratie und einer Spaltung der Gesellschaft entschlossener entgegenzutreten. Es ist der etablierten Politik die Frage zu stellen, warum sie nicht in der Lage ist, der Verantwortung der eigenen Gesellschaft für die Fluchtursachen durch einen breiten Diskurs Raum zu geben.

Material:

Diakonie Deutschland:

Umgang mit Rechtspopulismus

Empfehlung zum Umgang mit extremistisch motivierten Spenden

Umgang mit extremistisch motivierten Spenden

Links zum Thema:

Diakonie Hessen:

Leitfaden zum Umgang mit AFD-Politiker-innenund Glossar zu zentralen Begriffen der neuen Rechten

Flyer der Diakonie Hessen:
Nächstenliebe verlangt Klarheit – Auseinandersetzung wagen und im Gespräch bleiben

Diakonie Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz
“selbst verständlich” – Handreichung für schwierige Gespräche zum Thema Flucht und Asyl.

Publikationen der Amadeu Antonio Stiftung

Arbeit und Leben Hamburg
Mobiles Beratungsteam gegen Rechtextremismus

IQ Fachstelle Interkulturelle Kompetenzentwicklung und Antidiskriminierung
Handreichung zum Umgang mit Hetz- und Hassmails

Was passiert wo?
Chronik flüchtlingsfeindlicher Vorfälle

Reportage “Kreuz ohne Haken – Die Kirche und die Rechten”