Europa verrät seine Menschlichkeit
News von ProAsyl vom 06. August
In den letzten Julitagen kamen zehntausende Menschen von Marokko aus schwimmend oder über die Landgrenze in die spanische Exklave Ceuta in Nordafrika. Über 140 Menschen starben. Eine menschliche Tragödie. Doch für Trauer ist kaum Raum, stattdessen überbieten sich EU-Politiker*innen in ihrem Ruf nach noch mehr Abschottung. Weiterlesen..
ProAsyl berichtet ausführlich über die Situation in Ceuta und macht auf das aufmerksam, was in der öffentlichen Berichterstattung eine Randnotiz bleibt: das menschliche Leid vor Ort und die „Narrative, die immer wieder genutzt werden, um Menschenrechtsverletzungen zu legitimieren und das Asylrecht weiter auszuhöhlen“.
Die abschließende Bewertung von ProAsyl:
Auf die Hoffnung auf Zugang zu Europa, Arbeit und Sicherheit antwortet die Europäische Union wieder mit Härte und schafft damit brutales Leid. Das zentrale Problem geht sie dabei nicht an: Es fehlt an legalen Wegen für Flucht und Migration – und solange dies der Fall ist, werden immer wieder Menschen ihr Leben an Europas Grenzen verlieren und die EU und ihre Mitgliedstaaten sich von Drittländern abhängig machen, die wirksamen Grenzschutz garantieren sollen. Das mit GEAS für Krisensituationen in Aussicht gestellte solidarische Miteinander zerfiel schon in der ersten Herausforderung zum weiteren Schrei nach Abschottung. Besonders schockierend an der gegenwärtigen öffentlichen Debatte ist, dass die über 140 Todesopfer eine Randnotiz bleiben. Achselzuckend wird hingenommen, dass das EU-Grenzregime Menschenleben kostet. Im Mittelmeer, auf der Balkanroute, aber eben auch an den spanischen Exklaven kommen jedes Jahr Tausende ums Leben und Europa nimmt es hin.
https://www.proasyl.de/news/ueber-140-tote-in-ceuta-europa-verraet-seine-menschlichkeit/