¡Maíz! Oder wer ernährt die Welt?

Mit Musiker_innen, Künstler_innen  von Kollektiv Tonalli und vielen Referent_innen

Vier parallele Workshops eröffnen den thematischen, musikalischen und künstlerischen Zugang zu den The­men Megafusionen, Saatgutveränderungen und zu Menschenrechtsverletzungen durch Pestizideinsatz. Um 19 Uhr nimmt uns die zweisprachige Performance MAIZ – das was Leben trägt auf eine Reise von Ur­sprung und Mythologie der Pflanze Mais in Mexiko bis zu Einflüssen des Agrarindustriellen Systems und Verantwortung aus Deutschland, die wir in einer ab­schließenden Podiumsgespräch diskutieren werden.

Mehr zum Programm unter: www.w3-hamburg.de/zeitAlter

 

16 Uhr: Parallel stattfindende Workshops (um Anmeldung unter Angabe des gewünschten Workshops wird gebeten) Spendenvorschlag für die Workshops: 3-5€

1.    Menschenrechtsverletzungen durch Pestizide

mit Peter Clausing und Tamara Gripp (Pestizid Aktions- Netzwerk)

Ausgangspunkt ist der Artikel 12 des „Internationalen Pakts über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte“, in dem den Menschen “das Recht eines jeden auf das für ihn erreichbare Höchstmaß an körperlicher und geistiger Gesundheit“ zugesichert wird. Wie verträgt sich das mit dem Einsatz hochgefährlicher Pestizide, besonders in den Ländern des Südens? Welche Verpflichtungen haben Regierungen und Unternehmen und was können wir als Bürger_innen beitragen, dass diese ihren Verpflichtungen nachkommen?

2.    Mexikanischer Muralismo – Wandmalerei als Form politischer Intervention

mit Jaime Rodríguez (kollektiv tonalli) und Constanze Lemmerich (BTE*, kollektiv tonalli)

Die mexikanische Wandmalerei entstand in den 20er Jahren nach der Revolution und thematisiert unter anderem sozialkritische und historische Inhalte. Einige Bilder verurteilen Großgrundbesitz und stellen das prähispanische Leben der indigenen Urbevölkerung des Landes idealisiert dar. In dem Workshop malen wir gemeinsam ein Wandbild zum Thema Mais und Kapitalismus. Los geht’s beim Ursprung und  Mythologie der Kulturpflanze Mais und führt zu ihrer Reise durch die Welt.

*In Zusammenarbeit mit dem Programm Bildung trifft Entwicklung

3.    Ideen mit Musik verbreiten

mit Aline Novarro (kollektiv tonalli/Riosentí Música) und Josué Avalos (BTE*, kollektiv tonalli/Riosentí Música)

„Seit Jahren schon singt nicht mehr der Mais in an meinen Schläfen,
vom roten, vom schwarzen, vom goldnen Korn,
vom Mais in Blüte erzählt mir der Traum..“

Als Übermittler von sozialen, politischen und kulturellen Inhalten haben Lieder und Musik in ihrer Rolle als Übermittler von Inhalten bis heute nicht an Bedeutung und Relevanz verloren. Ausgehend von dem Gedicht „Mais“ von Gabriela Mistral sowie Interpretationen politischer Liedermacher_innen aus Lateinamerika singen und beschäftigen wir uns mit Liedern auf spanisch und deutsch . Es dürfen eigene Texte und Instrumente mitgebracht werden, ein Klavier ist vorhanden.

*In Zusammenarbeit mit dem Programm Bildung trifft Entwicklung

4.    Sin maiz no hay país! – Biodiversität und Widerstand gegen die Agrarindustrie in Mexiko

mit: Santiago Penedo (BTE*; kollektiv tonalli)

Zugang zur Ernährung ist ein Grundrecht. Doch wissen wir Konsumenten überhaupt noch woher unsere Lebensmittel kommen? Zu welchen Bedingungen werden sie produziert und wer kontrolliert und steuert die Produktion, die Verteilung und den Verkauf vom Saatgut? In dem Workshop beschäftigen wir uns am Beispiel des Mais und der Milpa, dem traditionellen Agrarraum Mesoamerikas. Wir gehen der Frage nach, warum die Erhaltung der Vielfalt von Saatgut die Grundlage von Ernährungssouveränität ist, welchen Einfluss transnationale Abkommen und Unternehmen im Saatgutbereich  haben und wie sich Widerstand vor Ort ausdrückt. Dabei schlüpfen die Teilnehmenden selbst in die Rolle der jeweiligen Akteur_innen.

*In Zusammenarbeit mit dem Programm Bildung trifft Entwicklung

 

19 Uhr: Performance:  Spendenvorschlag für Performance und Diskussion: 5-15€

MAIZ – Das, was Leben trägt

Anhand des Länderkontexts Mexiko werden in der zwei-sprachigen Performance/Lesung MAIZ (spanisch- deutsch) Perspektiven und Gründe für das Aussterben des Getreides, dessen biologische Vielfalt, sowie historische, kulturelle und künstlerische Bedeutungen genauso aufgezeigt wie sozio-ökonomische Entwicklungen, globale Zusammenhänge und ihre Auswirkungen auf Mensch und Natur.

Das kollektiv tonalli ist eine Gruppe deutsch/spanischsprachiger Künstler_innen und Referent_innen der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit. Sie arbeiten mit Texten, Bildern und Geschichten, dem Spiel, Musik, Körper und Symbolik und vor allem mit Kopf und Herz. Der Name ›tonalli‹ bedeutet auf der indigenen Sprache Náhuatl so viel wie Ziel, Schicksal, Bestimmung, aber auch Glück, Seele und Anregung. Musik: Riosentí Música.

 

abschließende Podiumsdiskussion:

Wer ernährt die Welt und zu welchem Preis?

Im Jahr 2050 wird es ca.  9,7 Mrd. Menschen auf der Erde geben. Um diese ernähren zu können, setzt die Industrie auf agrochemische Mittel und verändertes Saatgut. Warum verkaufen transnationale Konzerne Pestizide im Globalen Süden, die hier schon lange verboten sind? Wie sollen sich die Menschen ernähren, die sich kein Bio leisten können? Und warum wird das agrarindustrielle Modell als angeblich einziges effizientes System auch durch die deutsche Entwicklungszusammenarbeit propagiert? Führt die Industrialisierung der Landwirtschaft eigentlich zu Flucht und Migration?

Im Anschluss an die Podiumsdiskussion möchten wir  gemeinsam mit den Anwesenden diskutieren, wie ein gerechtes Welternährungssystem aussehen kann, was aktuell politisch passiert und wie wir von unseren Erfahrungen gegenseitig lernen können.

Gäste:
Peter Clausing, Pestizid Aktions- Netzwerk, PAN
Sandra Blessin, Agrar Koordination
Christian Schliemann, European Center for Human and Constitutional Rights, ECCHR
Mitglieder des kollektiv tonalli

Moderation:
Hauke Lorenz, Projekt: Generation Global, W3 – Werkstatt für internationale Kultur und Politik

 

Um Anmeldung wird gebeten: zeitalter@w3-hamburg.de, 040-398053-83

Veranstalter: Generation Global (W3), Pestizid Aktions-Netzwerk e.V. (PAN Germany), Agrar Koordination, Amnesty International (CASA), Zentrum für Mission und Ökumene – Nordkirche weltweit, treemedia e.V.